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21.09.2009
Unternehmer kritisieren vor allem bürokratische
Hürden
Rund 70
Interessierte sind am Freitag der Einladung des
CDU-Ortsverbands Bermatingen zum
Unternehmerabend bei der Ziegler Feinwerktechnik
GmbH gefolgt. Als Referenten standen unter
anderem Professor Dr. Johannes Boneberg und der
Landtagsabgeordnete Dr. Reinhard Löffler Rede
und Antwort.

Alle Hände voll zu
tun hatte Moderator Jürgen Schäfer,
CDU-Stadtverbandschef aus Friedrichshafen, bei
dem dreieinhalbstündigen politischen
Unternehmerabend gemeinsam mit den anwesenden
Selbstständigen die vielen Fragen und
Anmerkungen zu bündeln. Am Beispiel des
florierenden mittelständigen Familienbetriebs
der Ziegler-Brüder Hubert, Markus und Peter
setzten sich die Anwesenden kritisch mit der
aktuellen politischen Situation ihres Standes
auseinander.

Vor allem die
großen bürokratischen Hürden, die es zu
überwinden gilt, um an Fördermittel zu gelangen,
stieß den Unternehmern sauer auf.
Jungunternehmer Andreas Jäger sowie
Vertriebsleiter Markus Ziegler kritisierten in
dem Zusammenhang auch die ungleiche Verteilung
von Subventionen und forderten hierfür eine
radikale Reform. Karl Volz, Elektrotechnischer
Unternehmer, sprach sich genau wie Bürgermeister
Martin Rupp für Gewerbeflächen unmittelbar vor
Ort aus, um Kleinstbetrieben eine
wirtschaftliche Chance zu geben.

Reinhard Löffler,
wirtschaftspolitische Sprecher der
CDU-Landtagsfraktion, bezeichnete den
Mittelständler als "Esel der angeschlagenen
deutschen Wirtschaft, der den Karren aus dem
Dreck ziehen muss". Für Löffler liegt die
Ursache für die hohe Zahl an Insolvenzen bei
kleinen und mittelgroßen Betrieben nicht am
System der freien Marktwirtschaft. Vielmehr
müsse der Staat den Bürgern und Unternehmern von
Anfang an mehr Geld überlassen.

Gleichwohl forderte
er, wie auch CDU-Direktkandidat Lothar Riebsamen,
die Unternehmer auf, selbstbewusst aufzutreten,
Ansprüche einzufordern und sich zum Beispiel bei
den Handelskammern kostenfrei über die vielen
Fördermöglichkeiten zu informieren. Löffler
kritisierte auch das fehlende
betriebswirtschaftliche Know-how, woran viele
junge Unternehmen seiner Meinung nach
scheiterten. Er empfahl, die beratenden
Coaching-Systeme des Landes besser auszunutzen.

Auch Professor
Boneberg von der Universität Konstanz setzte auf
ein Mehr an Information für Bürger und
Unternehmer. In einem Kurzvortrag über
Nano-Technologien stellte er Risiken , aber auch
die positive Bedeutung der Technologien der
ultrafeinen Teilchen für die Wirtschaft heraus.
Er beschwor die Selbständigen, die Vielzahl an
schnellen Möglichkeiten wie zum Beispiel in der
Materialfehleranalyse, Präzisionsoptik oder
Beschichtung zu nutzen. Von der künftigen
Regierung wünschte sich der Physikprofessor
"mehr Weitblick" und frühzeitige Unterweisung
von Kindern in naturwissenschaftlichen Fächern.
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