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Nackt bei Ebbe im Wasser

 

Das Hickhack um Porsche und VW hat die Medien lange beschäftigt. Ich mag ich nicht glauben, dass das Ergebnis jetzt befriedigend ist. Mein Bedauern überwiegt. Vielleicht waren „die Augen größer als der Magen“, wie mein Großvater mich zu rügen pflegte, wenn ich die geschöpfte Portion nicht aufessen konnte. Der Vorstand von Porsche hat am Schluss zuviel gewollt, der VW-Brocken war zu groß. Fakt ist aber, noch im Herbst 2007 drohte VW im Sumpf aus Korruption, Veruntreuung, Prostitution (Spötter witzelten von Hartz 6) und Verfilzung mit Politik und IG Metall zu versinken. VW war eine leichte Beute für Heuschrecken und Porsche war als Retter willkommen. Das haben die Verantwortlichen bei VW und in Niedersachsen vergessen. Sie haben sich mächtig ins Zeug gelegt damit Porsche keinen Kredit – zu banküblichen Bedingungen – bei der KfW bekam und sie haben ausländische Investoren abgeschreckt.

„Erst bei Ebbe sieht man, wer nackt im Wasser steht“. Wer kann das besser beurteilen als der Ministerpräsident des Landes, das seit 58 Jahren nackt am Meer liegt, wofür die Gezeiten nicht verantwortlich sind. Das Nehmerland Niedersachsen hat sich über den Länderfinanzausgleich als Kostgänger der Geberländer mit 21.810 Millionen Euro alimentieren lassen und damit knapp die Hälfte der Summe einkassiert, die das Geberland Baden-Württemberg gezahlt hat. Niedersachsen verdankt seine Existenzsicherung der Leistung der Unternehmen und Arbeitnehmer in unserem Land. Ohne diese Finanzhilfe könne sich Niedersachsen seinen Staatsfond mit 20 Prozent Beteiligung gar nicht leisten.

Uns mit dem Schutzmantel des VW-Gesetzes industriepolitische Ratschläge zu geben, kann sich Niedersachsen sparen. Materiell ist das VW-Gesetz kaum mit europäischem Recht zu vereinbaren. Formell ist das Gesetz aber eine Eigentumsregelung, weil die Besatzungsmacht nach dem Krieg eine Lösung gesucht hat, den Bund, das Land Niedersachsen und die Gewerkschaften zu bedienen. Nur deshalb fällt das europäische Fallbeil (noch) nicht. Industriepolitik unter solch einem Schutz ist alles andere als wettbewerbsfreundlich. Vielleicht greift Europa noch korrigierend ein. Porsche ist unsere Marke, das Produkt baden-württembergischer Hände Arbeit. Standort und die Arbeitsplätze müssen erhalten bei uns erhalten bleiben. Wir sind Mythos Porsche.

 

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© Dr. Reinhard Löffler MdL

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